Tim Kirchhoff
Dreigeschossiges Haus: Grundriss, Kosten und Baurecht im Überblick
Ein dreigeschossiges Haus verteilt die Wohnfläche auf drei Ebenen und kommt dadurch mit einer kleineren Grundstücksfläche aus als ein zwei- oder eingeschossiger Bau. Gerade in Städten und auf schmalen Grundstücken gewinnt diese moderne Bauform an Bedeutung, weil Bauland knapp und teuer geworden ist und viele Bauherren dennoch nicht auf Wohnraum verzichten möchten.
Bauherren, die sich für ein Haus mit drei Etagen interessieren, sollten mehrere Fragen klären, bevor die Planung beginnt. Dazu zählen die Zahl der im Bebauungsplan zulässigen Vollgeschosse, die geltende Gebäudeklasse mit ihren Anforderungen an Brandschutz und Statik sowie die Auswirkung der zusätzlichen Etage auf die Baukosten. Eine frühzeitige Abstimmung mit der Gemeinde über den geplanten Bauort erleichtert zudem die Errichtung des Projekts.
Grundrisslösungen und Bauweisen für ein dreigeschossiges Haus reichen von der Holzrahmenbauweise bis zum Mehrfamilienhaus mit drei Vollgeschossen und lassen sich je nach Grundstück und Bedarf passend kombinieren. Bei der Suche nach dem passenden Haustyp lohnt sich ein Blick auf die vorhandene Auswahl an Grundrissen, da die richtige Wahl der Aufteilung maßgeblich über den späteren Wohnkomfort entscheidet.
Vollgeschoss Definition: Ein dreigeschossiges Haus verfügt über drei Vollgeschosse, deren genaue Definition die jeweilige Landesbauordnung regelt.
Typische Höhe: Die Gesamthöhe liegt in der Praxis meist zwischen 9 und 11 Metern, da pro Vollgeschoss mit knapp 3 Metern kalkuliert wird.
Baurecht entscheidend: Ob drei Geschosse zulässig sind, entscheiden Bebauungsplan und Gebäudeklasse, wobei bei mehr als zwei Wohneinheiten meist Gebäudeklasse 3 greift.
Kosten im Median: Die Baukosten liegen schlüsselfertig im Median bei rund 3.000 Euro pro Quadratmeter, wobei Einfamilienhäuser günstiger und Mehrfamilienhäuser teurer ausfallen.
Holzbauweise geeignet: Sowohl Holzbau als auch Massivbau eignen sich für drei Geschosse, wobei die Holzrahmenbauweise mit kürzeren Bauzeiten und guten Dämmwerten punktet.
Ein dreigeschossiges Haus ist ein Gebäude mit drei übereinanderliegenden Vollgeschossen, üblicherweise Erdgeschoss, Obergeschoss und ein weiteres Geschoss darüber. Je nach Dachform wird dieses dritte Geschoss als zweites Obergeschoss, als Staffelgeschoss oder als ausgebautes Dachgeschoss ausgeführt. In der Praxis werden solche Häuser häufig unabhängig von der genauen Bauform einfach als dreigeschossig oder dreistöckig bezeichnet. Für die Bemessung der Nettogrundfläche und der Außenmaße gelten dabei grundsätzlich die gleichen bauordnungsrechtlichen Vorgaben wie bei zwei- oder eingeschossigen Gebäuden.
Ob ein Geschoss als Vollgeschoss zählt, legt nicht das Baugesetzbuch fest, sondern die jeweilige Landesbauordnung. Eine bundesweit einheitliche Regelung existiert nicht. Die meisten Bundesländer orientieren sich jedoch an der Musterbauordnung, wonach ein Geschoss in der Regel dann als Vollgeschoss gilt, wenn es über mindestens zwei Drittel seiner Grundfläche eine lichte Höhe von mindestens 2,30 Meter erreicht. In Nordrhein Westfalen muss diese Höhe sogar über mehr als drei Viertel der Grundfläche des darunterliegenden Geschosses vorliegen, damit ein Geschoss als Vollgeschoss zählt. Die Zahl der zulässigen Vollgeschosse ist deshalb bei jedem Bauvorhaben individuell mit der zuständigen Bauaufsicht oder einem Architekten zu klären.
Diese Unterscheidung ist keine reine Formsache. Die Zahl der Vollgeschosse steuert im Bebauungsplan die zulässige Gebäudehöhe und Dichte. Wird mehr gebaut, als der Bebauungsplan an Vollgeschossen vorsieht, drohen die Versagung der Baugenehmigung oder im Extremfall ein Rückbau.
Ein Haus mit drei Vollgeschossen erreicht in der Praxis meist eine Höhe von etwa 9 bis 11 Metern, wobei pro Vollgeschoss grob mit knapp 3 Metern gerechnet wird. Die tatsächliche Höhe hängt von der Deckenkonstruktion, der gewählten Dachform und eventuellen Aufbauten wie einer Attika oder einer Dachterrasse ab.
Die Gebäudeklasse bestimmt, welche Anforderungen an Brandschutz, Rettungswege und Konstruktion für ein dreigeschossiges Haus gelten.
Gebäudeklasse 3 umfasst Häuser mit mehr als zwei Wohneinheiten, deren Höhe zwischen der Geländeoberfläche und der Oberkante des Fußbodens im obersten Aufenthaltsraum maximal sieben Meter beträgt. Für diese Gebäudeklasse gelten höhere Anforderungen an Schall- und Brandschutz, Haustechnik sowie Stellplätze. Je nach Landesbauordnung muss zudem mindestens eine Wohnung barrierefrei ausgelegt sein. Übersteigt die Höhe sieben Meter, greift Gebäudeklasse 4 mit weiter verschärften Auflagen. Diese Vorgaben dienen in erster Linie der Sicherheit der Bewohner und der Feuerwehr im Ernstfall.
Ein reines Einfamilienhaus mit drei Vollgeschossen bleibt häufig unterhalb dieser Schwellenwerte und fällt in eine niedrigere Gebäudeklasse. Entscheidend ist letztlich die tatsächliche Höhe und die Zahl der Wohneinheiten, nicht allein die Geschosszahl.
Eine gesonderte Genehmigungsform für dreigeschossige Häuser gibt es nicht. Die Bauaufsicht prüft bei drei Vollgeschossen jedoch genauer, ob das Bauvorhaben zum Bebauungsplan passt. Maßgeblich sind dabei die zulässige Zahl der Vollgeschosse sowie die Geschossflächenzahl und die Grundflächenzahl, die gemeinsam festlegen, wie viel Wohnfläche auf dem Grundstück realisierbar ist. Bauherren sollten diese Kennzahlen vor dem Grundstückskauf mit der Gemeinde oder einem Architekten klären, um spätere Überraschungen bei der Planung zu vermeiden.
Bei einem dreigeschossigen Haus lässt sich die Wohnfläche flexibel auf die einzelnen Ebenen verteilen. Häufig liegen im Erdgeschoss die gemeinschaftlichen Wohnbereiche wie Küche, Essbereich und Wohnzimmer, während im Obergeschoss die Schlafräume untergebracht werden. Das dritte Geschoss wird je nach Bauform als weiteres Vollgeschoss, als Staffelgeschoss mit Dachterrasse oder als separate Einliegerwohnung genutzt. Eine Vielzahl an Grundrissvarianten ermöglicht es, Wohnraum und Ausstattung passgenau an die individuellen Wünsche der Bauherren anzupassen.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt ein Mehrfamilienhaus mit einem Kellergeschoss von rund 147 Quadratmetern, einem Erdgeschoss mit 121 Quadratmetern, einem Obergeschoss mit knapp 121 Quadratmetern und einem Dachgeschoss mit rund 79 Quadratmetern Wohnfläche. Diese Verteilung ist typisch, weil das oberste Geschoss meist kleiner ausfällt als die darunterliegenden Vollgeschosse. Genaue Daten zur Flächenverteilung liefern häufig die Informationsunterlagen der jeweiligen Hausanbieter, die sich schon vor der Planung einholen lassen.
Bei einem Doppelhaus im Kubusstil lässt sich die Gesamtgeschossfläche dagegen gleichmäßiger auf drei Ebenen aufteilen, sodass jede Etage eine ähnliche Grundfläche erhält. Welche Aufteilung sinnvoll ist, hängt von der Grundstücksform, der gewünschten Wohnfläche je Geschoss und der Zahl der Bewohner ab.
Eine beliebte Variante für das oberste Geschoss ist ein bewusst kleiner gehaltener Baukörper, der Platz für eine Dachterrasse schafft. In Kombination mit einem Flachdach entsteht so ein Freiraum, der sich als begrünbarer Rückzugsort oder Dachgarten nutzen lässt. Diese Lösung schafft vor allem auf kleineren, städtischen Grundstücken zusätzlichen Wohnwert, ohne zusätzliche Fläche zu versiegeln. Alternativ zum Flachdach lässt sich das dritte Geschoss auch unter einem Satteldach realisieren, wobei dann weniger Fläche in unmittelbarer Nähe zum Wohnbereich für eine Dachterrasse zur Verfügung steht.
Die Kosten für ein dreigeschossiges Haus unterscheiden sich je nach Haustyp deutlich, da mit der Geschosszahl auch der bauliche Aufwand für Statik, Treppen und Erschließung steigt.
| Haustyp | Median-Baukosten pro Quadratmeter |
| Einfamilienhaus | rund 2.950 Euro |
| Doppelhaus | rund 2.700 Euro |
| Mehrfamilienhaus | rund 3.870 Euro |
| Alle Haustypen im Durchschnitt | rund 3.000 Euro |
Diese Werte basieren auf einer Auswertung von 64 Angeboten schlüsselfertiger dreigeschossiger Häuser, Stand April 2026, und beziehen sich ausschließlich auf die reinen Bauwerkskosten ohne Grundstück. Der höhere Durchschnittswert erklärt sich vor allem dadurch, dass dreigeschossige Gebäude überdurchschnittlich häufig als Mehrfamilienhäuser realisiert werden, deren höherer Erschließungs- und Ausstattungsaufwand den Quadratmeterpreis anhebt. Viele Haushalte holen deshalb vor dem Start eines solchen Projekts mehrere Angebote unterschiedlicher Bauunternehmen ein, um die Kosten realistisch einschätzen zu können.
Neben dem Haustyp wirken sich Region, Ausstattungsniveau und Bauweise auf die Gesamtkosten aus. Zusätzlich zum reinen Hauspreis fallen Kosten für Grundstück, Bodenplatte oder Keller, Baunebenkosten und Außenanlagen an. Diese heben die Gesamtinvestition häufig auf das Doppelte des reinen Hauspreises an. Bauherren, die ein drittes Geschoss planen, sollten zudem die Mehrkosten für zusätzliche Treppenläufe, verstärkte Statik und, je nach Gebäudeklasse, erhöhte Brandschutzanforderungen einkalkulieren. Auch die Qualität der verbauten Materialien ist ein wichtiger Teil der Kalkulation und wirkt sich langfristig auf Werterhalt und Nebenkosten aus.
Sowohl die Holzrahmenbauweise als auch der Massivbau eignen sich grundsätzlich für dreigeschossige Häuser, unterscheiden sich jedoch in Bauzeit, Dämmwerten und ökologischer Bilanz.
Holz ist ein nachwachsender, regional verfügbarer Baustoff, der sich am Ende der Nutzungsdauer wiederverwenden lässt und damit zu den nachhaltigsten Materialien im Hausbau zählt. Ein Fertighaus in Holzrahmenbauweise gilt als vollwertige Alternative zur Massivbauweise, ohne Abstriche bei Gestaltung, Dämmung oder Energieeffizienz, und bietet gleichzeitig eine kürzere Bauzeit bei planbaren Kosten. Im Vergleich zu klassischen Massivhäusern mit 3 Etagen überzeugt die Holzrahmenbauweise oft zusätzlich durch mehr Nachhaltigkeit bei der Materialwahl.
ISOWOODhaus setzt in seinen ökologisch gebauten Häusern auf den patentierten ISOWOOD Dämmstoff aus naturbelassenen Fichtenholzspänen, der Wand, Decken und Dachelemente wärme und schalldämmend ausstattet. Bei mehrgeschossigen Gebäuden, vom individuell geplanten Einfamilienhaus bis zum Mehrfamilienhaus, unterstützt dieser ökologische Ansatz ein gesundes Wohnklima über alle Etagen hinweg.
Bauherren, die statt eines Einfamilienhauses ein Mehrfamilienhaus mit drei Vollgeschossen planen, finden im ökologischen Geschosswohnungsbau in Holzbauweise eine passende Lösung, bei der Planung, Bauausführung und Schlüsselübergabe aus einer Hand erfolgen. Ein Beispiel dafür ist ein Mehrfamilienhaus im Bauhausstil, das drei Wohneinheiten über Keller, Erd- und Obergeschoss sowie ein zusätzliches Dachgeschoss verteilt und dabei klare, kubische Architektur mit individueller Grundrissplanung verbindet. Für Baufamilien, die in eine solche Immobilie investieren, zählt neben der Optik vor allem die langfristige Werthaltigkeit des Gebäudes.
Ein dreigeschossiges Haus bringt gegenüber flacheren Bauformen sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich.
Vorteile
Nachteile
Ein Haus mit drei Etagen eignet sich besonders für Bauherren mit kleinem oder schmalem Grundstück, die dennoch viel Wohnfläche realisieren möchten, sowie für jede Familie, die auf der Suche nach einem individuellen Traumhaus mehrere Wohneinheiten in einem gemeinsamen Zuhause unterbringen möchte. Im Vergleich zu eingeschossigen Bungalows bietet das dreigeschossige Haus dabei deutlich mehr Wohnraum auf gleicher Grundstücksfläche.
Auch für Grundstücke in Hanglage bietet sich die dreigeschossige Bauweise an, da sich der Geländeversatz für ein zusätzliches, teilweise eingegrabenes Geschoss nutzen lässt. Die Wahl des passenden Bauortes und eine sorgfältige Planung vor der Errichtung geben dem Projekt am Ende seine persönliche Note.
Ein dreigeschossiges Haus ermöglicht viel Wohnfläche auf vergleichsweise kleiner Grundstücksfläche, setzt aber eine sorgfältige Prüfung von Bebauungsplan, Landesbauordnung und Gebäudeklasse voraus. Die Baukosten liegen schlüsselfertig im Median bei rund 3.000 Euro pro Quadratmeter, wobei der tatsächliche Preis stark vom Haustyp, der Region und der gewählten Bauweise abhängt. Sowohl Holzbau als auch Massivbauweise erfüllen die Anforderungen an drei Vollgeschosse, wobei eine ökologische Holzrahmenbauweise mit kürzeren Bauzeiten und einem gesunden Wohnklima überzeugt.
Ein dreigeschossiges Haus hat per Definition drei Vollgeschosse. Ob ein einzelnes Geschoss rechtlich als Vollgeschoss zählt, hängt von der lichten Höhe und dem Anteil der Grundfläche ab, den die jeweilige Landesbauordnung vorschreibt.
Nein. Die Zahl der zulässigen Vollgeschosse legt der Bebauungsplan der jeweiligen Gemeinde fest. Vor dem Grundstückskauf sollten Bauherren deshalb prüfen, ob ein dreigeschossiges Haus am gewünschten Standort überhaupt zulässig ist.
Sobald ein dreigeschossiges Haus mehr als zwei Wohneinheiten enthält und die Höhe zum obersten Aufenthaltsraum sieben Meter nicht überschreitet, fällt es in Gebäudeklasse 3 mit entsprechend höheren Anforderungen an Brandschutz und Barrierefreiheit.
Ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus kostet schlüsselfertig im Median rund 3.870 Euro pro Quadratmeter, ein dreigeschossiges Einfamilienhaus dagegen rund 2.950 Euro. Der Unterschied ergibt sich vor allem aus dem höheren Erschließungs und Ausstattungsaufwand bei mehreren Wohneinheiten.
Ja. Da die gleiche Wohnfläche auf drei statt auf zwei Ebenen verteilt wird, benötigt ein dreigeschossiges Haus ein kleineres Grundstück als ein zweigeschossiger Bau mit identischer Wohnfläche.
Ja. Ein dreigeschossiges Haus in Holzrahmenbauweise gilt als vollwertige Alternative zur Massivbauweise und bietet dabei kürzere Bauzeiten sowie gute Dämmwerte, ohne Abstriche bei Statik oder Energieeffizienz.
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