Tim Kirchhoff Bauhausstil beim Hausbau: Merkmale, Vorteile und Grenzen
Der Bauhausstil ist einer der einflussreichsten Architekturstile des 20. Jahrhunderts und er ist aktueller denn je. Klare geometrische Formen, der konsequente Verzicht auf Ornamente und das Prinzip „Form folgt Funktion“ prägen Häuser, die zeitlos wirken und gleichzeitig höchsten Wohnansprüchen gerecht werden.
Was 1919 von Walter Gropius an der Bauhausschule in Weimar begründet wurde, findet sich heute in modernen Einfamilienhäusern, Fertighäusern im Holzrahmenbau und individuell geplanten Architektenvillen wieder. Die Bauweise vereint minimalistische Ästhetik mit offenen Grundrissen, lichtdurchfluteten Räumen und einem kompakten Baukörper, der energetisch überzeugt.
Merkmale, Kosten und Grenzen dieses Architekturstils sollten bekannt sein, bevor Grundriss und Bauweise festgelegt werden. Der Bauhausstil stellt eigene Anforderungen an Planung, Handwerk und Baugenehmigung, die sich von konventionellen Haustypen deutlich unterscheiden.
Zeitlose Eleganz und ansprechendes Design: Der Bauhausstil mit seiner minimalistischen Ästhetik besticht durch eine klare Linienführung, kubische Formen und lichtdurchflutete Räume.
Hochwertige Materialien und Wert auf Nachhaltigkeit: Beim Bau kommen hochwertige Materialien wie Stahl, Glas, Beton und Holz zum Einsatz. Durch die offenen Grundrisse und die energieeffizienten Konzepte wird neben der Nachhaltigkeit auch der Wohnkomfort gefördert.
Höherer Planungsaufwand und Kosten: Die Baukosten für ein Bauhaus liegen bei 2.500 bis 4.500 Euro pro Quadratmeter. Der höhere Planungsaufwand entsteht durch erfahrene Architekten, die versuchen, die typischen Bauhaus-Prinzipien optimal umzusetzen.
Offene Raumkonzepte: Mit diesen wird bei der Grundrissplanung darauf geachtet, dass die Übergänge zwischen Innen- und Außenbereich fließend sind, denn dies sorgt für mehr Harmonie.
Weniger ist mehr: Die Aussage „Less is more“ bedeutet, dass Purismus und Minimalismus im Vordergrund stehen. Auf rein dekorative Elemente oder Ornamente wird komplett verzichtet.
Der Bauhausstil wurde 1919 von Walter Gropius im staatlichen Bauhaus in Weimar gegründet und zeichnet sich beim Hausbau durch die radikale Reduktion auf das Wesentliche sowie den Grundsatz „Form folgt Funktion“ aus. Dies bedeutet, dass klare, geometrische Formen und höchste Funktion sich zu einer zeitlosen Ästhetik vereinen. Ziel von Walter Gropius war es, ein funktionales, ästhetisches und massentaugliches Design zu erschaffen, das für jede Baufamilie erschwinglich war. Angehende Baufamilien können sich beim Besuch der verschiedenen Musterhäuser einen ersten Einblick verschaffen, um besser zu verstehen, was mit dem Bauhausstil nach Walter Gropius gemeint ist.
Der Bauhausstil wird durch die von Walter Gropius gegründete Bauhaus-Philosophie geprägt. Die Bauhaus-Philosophie konzentriert sich auf den radikalen Minimalismus und verbindet Kunst, Handwerk und industrielle Technologien miteinander.
Zu den wichtigsten Grundprinzipien zählen unter anderem:
Form folgt Funktion: Das Bauhaus-Motto besagt, dass das Design eines Hauses primär von dessen praktischem Nutzen bestimmt wird, sodass Dekoration oder verspielte Ornamente weggelassen werden können.
Minimalismus und Klarheit: Die Formensprache für Häuser im Bauhausstil ist auf das Wesentliche reduziert. Das Gesamtbild wird von geometrischen Grundformen (Kubus, Kugel, Rechteck) sowie klaren schnörkellosen Linien dominiert.
Architektonische Merkmale: Typisch für den Bauhausstil sind Flachdächer, offene Grundrisse, großflächige Fensterfronten und eine transparente Fassadengestaltung.
Industrielle Massenfertigung: Die Entwürfe beim Bauhaus sind so gestaltet, dass sie effizient und bezahlbar industriell gefertigt werden können, anstatt teure handgemachte Einzelstücke zu produzieren.
Der Bauhausstil hat sowohl die Architektur als auch das Design beim Hausbau revolutioniert. Dies gelingt durch die radikale Abwehr von verspielten Dekoren, um neben seiner Bescheidenheit und den klaren geometrischen Formen auch die serielle Machbarkeit zu garantieren. Das Bauhausstil-Haus wird geprägt durch eine zeitlose Designsprache und funktionalen Inneneinrichtungen.
| Zeitfenster | Architektur | Materialien |
| Bauhausstil damals (1919 - 1933) | Kubische Formen (Flachdach), Stahlbetonkonstruktionen, transparente Glasfassaden, Verzicht auf Ornamente | Sichtbeton, Stahl, Glas, Stahlrohr (bekannt durch Marcel Breuer und Mies van der Rohe) |
| Bauhausstil heute | Kubische Formen, Flachdächer ohne Dachvorsprung, weiße Putzfassaden, bodentiefe Fenster | modernste Dämmstoffe, Smart-Home-Integrationen, ökologische Baustoffe |
Trotz der zahlreichen Neuerungen ist der Grundgedanke beim Bauhaus geblieben. Dazu zählen:
Form follows function: Die äußere Form beim Haus ergibt sich kompromisslos aus seiner Funktion.
Kubische Formensprache: Rechteckige, klare Linien sowie das Flachdach.
Verzicht auf Dekoration: Schnörkelloses minimalistisches Bauen.
Das Haus im Bauhausstil zeichnet sich durch klare, schnörkellose Formen und kompromisslose Funktionalität aus. Der Leitgedanke dieser Architektur lautet daher auch Form folgt Funktion (Form follows function), welcher von minimalistischen Designs und modernsten Materialien geprägt wird.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Merkmale beim Bauhausstil-Haus.
| Merkmale | Erläuterungen |
| Klare geometrische Formen | Das Haus verfügt über einen würfel- oder quaderförmigen Baukörper. Durch die verschiedenen ineinandergreifenden Kuben wird ein individuelles und modernes Gesamtbild rund um das Traumhaus erzeugt. |
| Dachform | Die geradlinige Optik beim Haus wird durch das klassische Flachdach unterstrichen. Sehr oft wird das Dach als zusätzliche Dachterrasse genutzt. |
| Glasflächen | Große, bodentiefe Fenster, welche zum Teil auch über das Eck gehen, sorgen für lichtdurchflutete Innenräume. Durch ein Stützsystem (Skelettbauweise) wird die Traglast von den Außenwänden genommen, sodass großflächige Fensterfronten möglich sind. |
| Minimalistische Fassadengestaltung | Die Fassaden sind glatt und kommen ohne verspielte Dekorationen, Ornamente oder Dachüberstände aus. |
| Materialien & Farben | Die Hausfassaden werden in den meisten Fällen klassisch weiß verputzt oder bestehen aus Sichtbeton. Dazu werden oft dunkle Fensterrahmen (Anthrazit oder Schwarz) sowie Metallelemente kombiniert. |
Der Grundriss beim Bauhaus zeichnet sich durch offene Raumstrukturen, geometrische Klarheit und strenge Funktionalität aus. Gänge und Flure werden minimiert. Sodass fließende Übergänge zwischen Wohnen, Kochen und Essen entstehen. Zum individuellen Grundriss kommt eine sorgsam darauf abgestimmte Innenausstattung, die dem Traumhaus einen ganz eigenen Charakter verleiht.
Im Zentrum beim Bauhaus bauen steht das offene Raumkonzept. Wände werden auf ein konstruktives Minimum reduziert. Dadurch verschwinden die Grenzen zwischen Kochen, Essen und Wohnen, sodass ein loftartiges und großzügiges Raumgefühl entsteht.
Gleichzeitig wird mit der offenen Grundrisslösung im Haus das Innere harmonisch mit dem Außenbereich (Terrasse und Garten) verbunden. Bodentiefe Fenster bzw. großflächige Fensterfronten sorgen für eine gute Lichtdurchflutung im Eigenheim.
Flure und Wege im Bauhaus werden bewusst kurz gehalten, sodass daraus eine effiziente Flächennutzung entsteht. Beim Bauhaus bauen liegt der Fokus der Planung eindeutig auf die Alltagstauglichkeit des Hauses und weniger auf schmückende Details.
Im Erdgeschoss dominiert beim Bauhaus das kommunikative Zentrum. Die Bereiche Kochen, Essen und Wohnen bilden einen großen zentralen Raum. Anstelle von trennenden Innenwänden werden die einzelnen Raumzonen durch folgende Elemente definiert.
Sichtachsen – Möbel werden entsprechend der Sichtlinien positioniert, wobei Kücheninseln und/oder Sofalandschaften auch als optische Raumtrenner dienen.
Bodenbeläge & Beleuchtung – Verschiedene Lichtquellen oder der subtile Wechsel beim Bodenbelag strukturiert den Raum, ohne dass er dadurch optisch verkleinert wird.
Das mehrgeschossige Haus im Bauhausstil spielt oft mit Vor- und Rücksprüngen, was die Fassade strukturiert und dadurch ausreichend Platz für Balkone oder Dachterrassen schafft.
Typisch beim Bauhaus bauen ist das Haus mit zwei Vollgeschossen, wodurch sich gerade kleinere Grundstücke sehr gut nutzen lassen. Im Haus ist eine klare Trennung zwischen dem Wohn- und Schlafbereich möglich, was wiederum auch für mehr Privatsphäre sorgt.
Durch seine kubische Formgebung und den Verzicht auf Dachschrägen bietet das Bauhaus-Haus eine optimale Raumausnutzung ohne Stellflächenverlust im Obergeschoss. Des Weiteren zeichnet sich das Haus durch sein modernes Design, sondern auch durch seine hohe funktionalität, die Nachhaltigkeit und Energieeffizeinz aus.
Das Bauhaus-Haus mit seinem zeitlosen Design und seiner kompromisslosen Einfachheit bietet eine klare Architektur, welche langfristig attraktiv bleibt und das gewisse Etwas bietet. Baufamilien unterliegen deutlich seltener dem Risiko von schnell wechselnden Trends, dabei spielt es keine Rolle, ob das Haus als energieeffizientes Massivhaus, zeitlose Bauhaus-Villa oder als Fertighaus geplant und errichtet wird. Das Design kann jederzeit optimal angepasst werden.
Durch das kubische Bauen entstehen im Innenraum keine toten Winkel oder Schrägen im Dachgeschoss, wodurch sich die Flächen mit ihren durchdachten Raumkonzepten optimal möblieren und nutzen lassen.
Die Architektur mit den alltagstauglichen Grundrissen fördert die fließenden Übergänge zwischen den Wohnbereichen sowie zwischen Innen- und Außenbereich, was sowohl den Kommunikationsfluss als auch das Raumgefühl vergrößert.
Die großen oft bodentiefen Fenster oder Glasfassaden sorgen für lichtdurchflutete Zimmer und verbessern somit die Wohnqualität deutlich.
Durch die kompakte Bauform (Kubus) wird für ein vorteilhaftes Verhältnis von Oberfläche zu Volumen gesorgt, wodurch weniger Wärme an die Umwelt abgegeben wird, was wiederum den Energiebedarf reduziert.
Die großflächigen Glasfronten, welche oftmals nach Süden ausgerichtet sind, ermöglichen die passive Nutzung der Sonnenenergie, was nicht nur für eine gute Tageslichtnutzung sorgt, sondern auch den Heizbedarf senkt. Das Flachdach bietet die besten Voraussetzungen für eine Photovoltaik-Anlage, um den eigenen Haushaltsstrom zu erzeugen.
Durch die kubische Bauform ist der Hausbau auch auf einem kleineren bzw. urbanen Grundstück möglich, denn beim Bauhaus bauen profitieren Baufamilien von einer maximalen Raumnutzung. Durch den Wegfall von Dachschrägen kann die Wohnfläche im Haus bis in den letzten Winkel uneingeschränkt genutzt werden.
Die Dachterrasse dient als Gartenausgleich, sodass Hausbesitzer gerade in Stadtlagen nicht auf einen Freisitz verzichten müssen. Da der Baustil nicht nur beim Massivhausbau umgesetzt werden kann, sondern auch beim Fertighaus sehr beliebt ist, lässt sich das neue Haus sehr gut an die verschiedenen Bebauungspläne anpassen.
In der Praxis bringt der Baustil auch einige Nachteile und Grenzen mit sich, die Baufamilien im Vorfeld kennen sollten. Zum einen sind beim Bauhaus bauen höhere Baukosten möglich und zum anderen wird ein Haus in diesem Baustil nicht überall genehmigt. Des Weiteren trifft ein solches Haus nicht jeden Geschmack und zu guter Letzt muss auch an die Herausforderungen gedacht werden, die ein Flachdach mit sich bringt.
Der minimalistische Look und die Ästhetik rund um das Bauhaus erfordert nicht nur exakte Ausführungen, sondern auch höchste Handwerkskunst sowie oftmals teure Materialien wie zum Beispiel viel Stahl und große Fensterfronten. All dies treibt die Baukosten im Vergleich zum traditionellen Bauhöhen oftmals deutlich in die Höhe.
Der kubische Stil beim Bauhaus erfordert in der Regel ein Flachdach sowie große Glasfronten. Diese Elemente werden nicht in jedem Bebauungsplan toleriert, da viele Gemeinden die traditionellen Dachformen wie Walm- oder Satteldach vorschreiben.
Die minimalistische Architektur gefällt nicht jedem, da durch den Verzicht auf Dekorationen und verspielten Elementen der Bauhausstil als kühl, nüchtern oder gar laborartig empfunden wird. Vielen Hausbesitzern fehlt die klassische Wärme der traditionellen Wohnkonzepte.
Durch die offenen Grundrisslösungen wird es deutlich schwerer, kleine kuschelige Nischen oder gar klar getrennte private Räume zu schaffen. Dies führt oftmals auch zu Problemen bei der Möblierung, da die symmetrischen Räume schnell vollgestellt wirken bzw. sich an den großflächigen Fenstern kaum nutzbarer Platz für Schränke und dergleichen befindet.
Flachdächer sind besonders anfällig für Wasserschäden. Aufgrund der Konstruktion kann Regenwasser nur langsamer abfließen. Auf dem Dach bilden sich Pfützen, die bei Schwachstellen in der Dachabdichtung zu Feuchtigkeitsschäden im Hausinneren führen. Um die Pfützenbildung zu minimieren, muss ein leichtes Gefälle von mindestens 2 % konstruktiv eingeplant und umgesetzt werden. Des Weiteren unterliegt das Dach durch die direkte Sonneneinstrahlung und den extremen Witterungseinflüssen starken Temperaturschwankungen, was die Abdichtungsmaterialien strapaziert und bei nicht sachgemäßer Ausführung schneller zu Materialermüdung führen kann.
Zu guter Letzt erfordert ein Flachdach eine höhere Wartungsintensität. Dazu gehört unter anderem das Befreien der Abflüsse von Laub und Schmutz, um effektiv einen Wasserstau zu verhindern.
Der Bauhausstil lebt von der industriellen Ästhetik, bei der Materialien wie Stahl, Glas und Sichtbeton im Fokus stehen. Durch diese Materialien wird die Maxime „Form follows function“ unterstrichen. Um allerdings eine zu kühle oder gar sterile Atmosphäre zu vermeiden, werden die puristischen Baustoffe vielfach mit warmen Elementen kombiniert.
| Materialien | Hinweise |
| Stahl & Metall | Zu den absoluten Klassikern beim Bauhaus zählen pokierter oder verchromter Stahl sowie Aluminium. |
| Glas | Große Glasfronten bei der Skelettbauweise und Möbelplatten aus Glas betonen sowohl die Transparenz als auch die Leichtigkeit des Designs. |
| Beton & Zement | Sichtbeton ist sowohl in der Architektur als auch bei den Bodenbelägen im Haus oder als Arbeitsplatte in der Küche ein zentrales Element, welches für die moderne Note steht. |
| Holz | In erster Linie wird durch helle, schlichte Hölzer (Ahorn, Esche oder Eiche) sowie Sperrholz Wärme in die einzelnen Räume gebracht, ohne dass dabei das minimalistische Design gestört wird. |
| Leder & Textilien | Glattleder kommt für Sitzmöbel zum Einsatz. Bei den Wohntextilien dominieren die natürlichen und unaufdringlichen Materialien wie Wolle und Leinen. |
Die Kosten beim Bauhaus bauen können nicht pauschal beziffert werden, da sie von verschiedenen Faktoren abhängig sind. Neben der Art und Weise, wie der Bau geplant und konzipiert wird, spielen auch die Region, das Honorar für den Architekten sowie der Baupartner eine entscheidende Rolle rund um die Kosten.
Für ein schlüsselfertiges Haus im Bauhausstil muss im Durchschnitt mit reinen Baukosten von 2.500 bis 4.500 €/qm gerechnet werden. Die tatsächlichen Kosten sind dabei abhängig von der Ausstattung sowie der gewünschten Architektur.
Die Kosten für ein Bauhaus sind von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Ausbaustufe, da Baufamilien die Wahl zwischen dem Bausatzhaus, dem Ausbauhaus und dem schlüsselfertigen Haus haben.
Zu den weiteren Einflussfaktoren zählt die Verglasung, denn bodentiefe Fenster oder Schiebetüren kosten mehr in der Anschaffung und erfordern zudem aufwendige Verschattungssysteme.
Das klassische Flachdach beim Bauhaus erfordert eine hochwertige Abdichtung und Dämmung gegen Feuchtigkeit, was bei der Wahl zwischen den verschiedenen Anbietern ein wichtiges Kriterium darstellt.
Und zu guter Letzt bestimmt der angestrebte Standard für KfW-Förderungen die endgültigen Baukosten, denn der Preis für moderne Heiztechniken liegt oftmals über den konventionellen Angeboten.
Der Bauhausstil kann sowohl als Fertighaus als auch als Massivhaus realisiert werden. Während beim traditionellen Bau (Stein auf Stein) für Langlebigkeit und Wertbeständigkeit gesorgt wird, überzeugt die Fertigbauweise durch kurze Bauzeiten und eine hohe Energieeffizienz.
| Bauweise | Konstruktion & Material | Bauzeit & Witterung | Kosten & Wert |
| Fertighaus | Besteht aus vorgefertigten Holztafel- oder Holzständer-Wandelementen. Diese werden industriell gefertigt und auf der Baustelle montiert. | Kurze Bauzeit - meist innerhalb weniger Tage. Innenausbau erfolgt witterungsunabhängig. | Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, da die Kosten im Vorfeld exakt planbar sind. Je nach Ausführung und Qualität ist der Wiederverkaufswert mit dem eines Massivhauses gleichzusetzen. |
| Massivhaus | Wird Stein auf Stein vor Ort errichtet und bietet einen guten Schallschutz | Deutlich längere Bauzeit, da u. a. Trocknungszeiten für Beton und Putz eingeplant werden müssen. | Der Bau ist nicht nur teurer, sondern auch zeitintensiver. |
Beim Hausbau stehen viele Bauherren vor der Frage, ob sie ihr Haus im Bauhausstil als Fertighaus oder als Architektenhaus errichten sollen. Die Entscheidung darüber hängt in erster Linie sowohl vom eigenen Budget als auch vom gewünschten Grad der Individualisierung sowie der zeitlichen Flexibilität ab.
Die folgende Tabelle zeigt anschaulich die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Haustypen.
| Haustyp | Vorteile | Nachteile |
| Bauhaus Fertighaus | Kostensicherheit; kurze Bauzeit; standardisierte Abläufe von der Planung bis zur Schlüsselübergabe | Haus wird aus vorgewählten Modulen bzw. Katalogen ausgewählt; architektonische Unikate sind kaum umsetzbar |
| Bauhaus Architektenhaus | Maßgeschneiderte Planung, die exakt auf das Grundstück zugeschnitten ist; maximale gestalterische Freiheit | Höherer Planungsaufwand; unkalkulierbare Kostenentwicklung; meist teurer als ein standardisiertes Haus |
Als Alternative bietet sich eine hybride Option an. In diesem Fall werden von vielen Anbietern eigene Architekten und Planer beschäftigt. Auf Wunsch können Baufamilien auch einen eigenen Architekten engagieren, der den Entwurf erstellt. Die benötigten Elemente werden dann in der Vorfertigung industriell produziert. Im Anschluss daran wird das Haus auf der Baustelle montiert.
Der Bauhausstil ist ideal für Minimalisten, Designliebhaber und Familien, die beim Hausbau klare Strukturen schätzen. Baufamilien, die eine reduzierte Ästhetik, offene und lichtdurchflutete Raumkonzepte sowie höchste Funktionalität bevorzugen, finden beim zeitlosen Architekturstil Bauhaus das perfekte Zuhause.
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die moderne Umsetzung des Stils heutzutage Hand in Hand mit Nachhaltigkeit und Energieeffizienz geht. Dazu zählen unter anderem Photovoltaikanlagen und große Fensterflächen zur passiven Energienutzung.
Das Planen eines modernen Bauhaus-Hauses vereint den radikalen Funktionalismus mit einer minimalistischen Ästhetik. Im Fokus stehen dabei kubische Baukörper, Flachdächer und offene Grundrisse. Mithilfe von intelligent gesetzten Vor- und Rücksprüngen entsteht ein zeitloses Zuhause, da ich perfekt an die individuellen Bedürfnisse der Bewohner und die hohen Energieeffizienzstandards anpasst.
Der zeitlose und hochfunktionale Gestaltungsansatz beim Bauhausstil erfreut sich auch heute noch größter Beliebtheit. Aufgrund der Prinzipien „Form follows function“ und der Konzentration auf das Wesentliche sind Architektur und Design richtungsweisend für das moderne und nachhaltige Wohnen.
Der von Walter Gropius im Jahr 1919 in der Weimarer Bauhausschule begründete Ansatz revolutionierte das Design, indem Kunst und Handwerk vereint wurden. Die Kernidee war schon damals, ein bezahlbares, langlebiges und industriell hergestelltes Haus zu errichten, das für jeden zugänglich ist. Unsere Welt wurde von dieser Schlichtheit tiefgreifend geprägt und das nicht nur beim Hausbau, sondern auch bei Möbeln und alltäglichen Gebrauchsgegenständen.
Es handelt sich dabei um ein modernes Gebäude, dessen Architektur sich auf das Wesentliche konzentriert. Der Stil zeichnet sich durch eine schnörkellose, kubische Formensprache, klare Linien sowie großen Fensterflächen aus. Dabei wird auf jegliche Form von verspielten Verzierungen verzichtet.
Es ist zwar keine zwingende Pflicht, aber dennoch das mit Abstand prägendste gestaltungsmerkmal. Baufamilien können den kubischen, minimalistischen Charakter eines Bauhauses auch mit einem flach geneigten Pult- oder Walmdach erreichen, wenn dies optisch hinter einer Attika, einer erhöhten Dachrandmauer verborgen ist.
In der Regel sind Häuser im Bauhausstil etwas teurer als das klassische Standardhaus. Wesentlicher Grund für die höheren Kosten sind die typischen Gestaltungsmerkmale wie Dachform, große Fenster, die kubische Bauform sowie die verwendeten hochwertigen Materialien.
Diese Frage kann so nicht pauschal beantwortet werden, denn maßgeblich für die Realisierbarkeit eines Bauhauses sind die örtlichen Baurechtsvorgaben, der Zuschnitt des Grundstücks sowie die Umgebungsbebauung. So gibt unter anderem der Bebauungsplan vor, welche Dachform beim Hausbau erlaubt ist. Weitere Einschränkungen können die Vorgaben der Geschossanzahl sowie die Ausrichtung ergeben.
Diese Frage kann mit JA beantwortet werden, denn ein Bauhaus kann sehr gut energieeffizient und nachhaltig gebaut werden. Durch die kompakte und oft würfelförmige Kubus-Bauform sowie durch die moderne Technik und die modernen Dämmstandards lassen sich auch mit großen Fenstern mühelos die Effizienzhausstandards oder sogar das Passivhausniveau erreichen.
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