Tim Kirchhoff Baustrom: Kosten und Ablauf der Baustromversorgung beim Hausbau
Beim Bau einer Immobilie wird schon vor der eigentlichen Fertigstellung Energie für Baugeräte, Werkzeuge und Baustellenlicht benötigt. Diese temporäre Versorgung nennt sich Baustrom und zählt zu den Baunebenkosten, die von vielen Bauherren immer noch unterschätzt werden. Die Wahl des passenden Stromanbieters, des richtigen Tarifs sowie eine frühzeitige Beantragung entscheiden maßgeblich darüber, wie hoch die Kosten während der Bauphase ausfallen.
Was ist Baustrom: Eine temporäre Stromversorgung ausschließlich für die Baustelle, solange kein regulärer Hausanschluss vorhanden oder nutzbar ist. Über den Anschluss werden alle Gewerke beim Bau mit Energie versorgt.
Anmeldung und Installation: Die Baufamilie beauftragt einen Elektrofachbetrieb, der im Vorfeld beim örtlichen Netzbetreiber einen Antrag stellt und nach Freigabe den Verteiler installiert.
Teil der Baunebenkosten: Baustrom zählt zu den wiederkehrenden Ausgaben eines Bauvorhabens und wird dabei häufig unterschätzt.
Kosten im Überblick: Anschluss, Installation, Zählermiete und tatsächlicher Verbrauch bilden zusammen die Gesamtkosten für Baustrom.
Frühzeitige Planung spart Geld: Werden Stromanbieter, Tarif, Standort und Bauzeit rechtzeitig geklärt, lassen sich die Kosten spürbar senken.
Rund um den Bau eines Hauses ist Baustrom unerlässlich, da der reguläre Hausanschluss an die Stromversorgung erst am Ende der Bauphasen erfolgt. Bauunternehmen und Handwerker benötigen bereits im Vorfeld elektrische Energie, um Baugeräte wie Rührwerke oder Wärmegebläse zu betreiben und die Baustelle zu beleuchten.
Bei individuell geplanten Bauvorhaben, wie sie ISOWOODHAUS anbietet, wird die An- und Abmeldung für den Baustrom häufig im Rahmen der Bauplanung mit übernommen, sodass Baufamilien sich um nichts rund um den Netzanschluss kümmern müssen.
Dank der Baustromversorgung wird sichergestellt, dass vor dem eigentlichen Hausanschluss während der kompletten Bauphase Strom zur Verfügung steht. Nur so kann garantiert werden, dass alle Arbeiten rund um das neue Traumhaus ohne Verzögerung erledigt werden können Baustrom lässt sich auf der kompletten Baustelle flexibel nutzen, sodass auch mehrere Gewerke gleichzeitig mit ausreichend Strom versorgt werden können.
Bauherren tragen beim Baustrom die Verantwortung für die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften. Die komplette Stromversorgung muss zwingend über einen geprüften und normgerechten Baustromverteiler nach DIN VDE 0100-704 erfolgen, der widrigen Baustellenbedingungen standhält. Werden defekte Anlagen genutzt oder wird leichtsinnig gehandelt, kann dies zu schweren Unfällen, Baustopps oder rechtlichen Konsequenzen für die Baufamilie führen.
Rund um das neue Fertighaus wird Baustrom üblicherweise durch den Planer der Hausbaufirma beantragt, da dieser sich mit den Gegebenheiten und den benötigten Unterlagen auskennt. Sobald ein Hausbaukonfigurator vorliegt, kann die Baufamilie davon ausgehen, dass die Beantragung von Baustrom bereits inkludiert ist und das Bauvorhaben ohne Probleme vonstattengeht.
Baustrom wird beim örtlichen Netzbetreiber oder den zuständigen Stadtwerken beantragt. Der Netzbetreiber prüft die Örtlichkeiten sowie den jeweiligen Bedarf. Im Anschluss muss ein zugelassener Elektroinstallateur mit der fachgerechten Installation des Baustromkastens und dem Setzen des Baustromzählers beauftragt werden. Da der Netzbetreiber in der Regel nur die Infrastruktur zur Verfügung stellt, muss für den eigentlichen Verbrauch zusätzlich ein separater Vertrag mit einem Stromanbieter abgeschlossen werden.
Für die Beantragung von Baustrom sowie für die anschließende Installation des Stromkastens und des Baustromzählers werden folgende Unterlagen benötigt.
Lageplan bzw. Flurstücknummer des Baugrundstücks
Daten des Bauherren sowie die dazugehörige Baugenehmigung bzw. Bauanzeige
Angaben zum Baubeginn sowie dessen Dauer
Informationen zur benötigten Gesamtleistung in Kilowatt
Das Aufstellen und die Installation des Baustromverteilers darf nur durch einen zugelassenen Fachbetrieb erfolgen. Meist füllt der Elektriker bereits das offizielle Antragsformular aus und reicht es beim lokalen Netzbetreiber ein.
Für die Installation des Baustromkastens ist ein witterungsbeständiger, gut zugänglicher Platz wichtig. Sobald der Baustromkasten fachgerecht installiert wurde, überprüft der Elektriker alles noch einmal und erteilt die Freigabe. Der Baustromkasten erhält ein Prüfsiegel und die Fertigstellung wird dem Netzbetreiber gemeldet. Erst danach kann der gewählte Stromanbieter den Baustrom freischalten.
Rund um den Baustrom fallen verschiedene Kosten an. Dazu zählen neben den einmaligen Anschlussgebühren auch die monatliche Gerätemiete, die Zählergebühr sowie der tatsächliche Verbrauch. Für die Bauphase muss meist mit Kosten zwischen 700 und 3.500 Euro gerechnet werden. Die Höhe hängt dabei auch von der Jahreszeit sowie der Art der Beheizung auf der Baustelle ab.
Die Anschlusskosten setzen sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammen.
| Teilbereich | Erläuterung | Kosten |
| Anschlussgebühr Netzbetreiber | Bereitstellung des Anschlusses | 150 bis 400 Euro |
| Auf- und Abbau des Verteilers | Montage und Demontage des Baustromkastens | 70 bis 150 Euro |
| Elektroinstallation und Abnahme | Fachgerechte Installation und vorgeschriebene Abnahme durch einen zugelassenen Elektrofachbetrieb | 200 bis 500 Euro |
Die laufenden Baustromkosten setzen sich aus dem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis, einem monatlichen Grundpreis sowie der Zählergebühr zusammen. Die Verbrauchskosten richten sich nach dem tatsächlichen Bedarf und liegen meist zwischen 0,30 und 0,50 Euro pro Kilowattstunde. Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von der Bauweise ab, etwa Massivbau im Vergleich zu Fertigbau, sowie vom Einsatz von Heizlüftern und Bautrocknern. Bei energieeffizienten Holzrahmenkonstruktionen fällt der Trocknungsbedarf häufig geringer aus als bei massiven Bauweisen, was sich auch auf den Baustromverbrauch auswirken kann. In den meisten Fällen gelten für Baustrom höhere Tarife als für Haushaltsstrom.
Die Mietkosten für den Baustromverteiler betragen je nach Größe und Leistung des Verteilerkastens zwischen 37 und 150 Euro pro Monat. Je nach Anbieter sind in einigen Fällen auch Tagesmieten möglich. Diese Variante sollte bereits im Vorfeld geklärt werden. Oftmals wird zusätzlich zu Mietbeginn eine Kaution erhoben, die erst bei Rückgabe erstattet wird. Für den Baustromkasten sind zudem monatliche, gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsprüfungen gemäß Vorschrift der DGUV nötig. Hierfür ist mit Kosten von rund 50 Euro pro Monat zu rechnen.
Baustrom ist eine temporäre Stromversorgung für die Bauphase, bevor das Haus offiziell an das reguläre Stromnetz angeschlossen wird. Der Ablauf rund um den Baustromanschluss folgt dabei einem festen Schema.
| Aspekt | Erläuterung |
| Beantragung | Der Baustromanschluss kann beim Netzbetreiber nur von einem zugelassenen Elektrofachbetrieb beantragt werden. Die benötigten Leistungsdaten sowie der Lageplan müssen beim Energieversorger oder den Stadtwerken eingereicht werden. |
| Aufbau und Anschluss | Ein zugelassener Elektriker stellt den Baustromverteiler auf und schließt ihn an das öffentliche Netz an. |
| Nutzung und Sicherheit | Handwerker und Bauarbeiter nutzen den Kasten für den Betrieb von Geräten, Maschinen und Beleuchtung auf der Baustelle. Die Baustromanlage muss gemäß der Berufsgenossenschaft einmal im Monat geprüft und protokolliert werden. |
| Abrechnung | Die Stromkosten werden über einen integrierten Zähler ermittelt. Die Kosten für Baustrom liegen meist höher als für normalen Haushaltsstrom. |
| Abbau | Sobald der reguläre Stromanschluss für das Gebäude fertiggestellt und funktionsfähig ist, wird der Baustromkasten abgebaut und die temporäre Versorgung beendet. |
Als Alternative oder Ergänzung zum klassischen Baustrom vom Versorger gibt es mehrere moderne, netzunabhängige und umweltfreundliche Lösungen.
| Alternative | Hinweise |
| Mobile Batteriespeicher | Leistungsstarke Akkus versorgen die Baustelle geräusch und emissionsfrei mit Strom. Sie werden nachts geladen und tagsüber während der Bauphase genutzt. |
| Mobile Photovoltaikanlagen | Solar-Baustrom-Anlagen ergänzen den klassischen Baustrom. Über Solarpaneele auf dem Bauzaun oder dem Baustellen-Container lässt sich autark Sonnenenergie erzeugen, besonders geeignet für langfristige Bauprojekte. |
| Hybrid-Systeme | Eine Kombination aus kleinen Dieselgeneratoren und Batteriespeichern. Der Generator läuft nur bei optimaler Auslastung, um die Batterie zu laden, was den Dieselverbrauch senkt. |
| Brennstoffzellen | Wasserstoff oder Methanol erzeugt leisen und abgasfreien Strom. |
| Frühzeitige Nutzung des Hausanschlusses | Sobald alle Voraussetzungen geschaffen sind, kann der reguläre Hausanschluss freigeschaltet werden. |
Gerade bei ökologisch geplanten Bauvorhaben gewinnen netzunabhängige Lösungen wie mobile Photovoltaik zunehmend an Bedeutung, da sie sich gut in ein nachhaltiges Gesamtkonzept für den Hausbau einfügen.
Eine frühzeitige Planung der Baustromversorgung erspart später unnötigen Ärger und unnötige Kosten. Die Beantragung gehört direkt nach der Baugenehmigung auf die Liste, denn Elektrofachbetriebe und Netzbetreiber brauchen mehrere Wochen für Prüfung und Installation.
Bei den laufenden Kosten lohnt sich ein Blick auf den Verteilerkasten und den gewählten Tarif, da hier je nach Anbieter spürbare Unterschiede bestehen. Sobald der reguläre Hausanschluss steht, sollte der Baustromkasten zügig abgebaut werden, damit keine unnötige Miete mehr anfällt.
Am Ende bleibt Baustrom ein kleiner, aber greifbarer Posten im Budget für den Hausbau, der sich mit etwas Vorlauf gut steuern lässt.
Die Beantragung und Bereitstellung nimmt im Schnitt zwischen 4 und 8 Wochen in Anspruch. Bei aufwendigen Tiefbauarbeiten kann sich der Prozess auf bis zu 12 Wochen verlängern.
Im Idealfall sollte Baustrom etwa 6 bis 8 Wochen vor Baubeginn oder direkt nach Erhalt der Baugenehmigung beantragt werden. Nur so steht der Baustromkasten pünktlich zu den ersten Erdarbeiten bereit und Verzögerungen auf der Baustelle bleiben aus.
Nein, der Antrag beim Netzbetreiber darf ausschließlich von einem zugelassenen Elektrofachbetrieb gestellt werden. Private Bauherren können den Baustromanschluss nicht eigenständig beantragen, sollten aber frühzeitig mit ihrem beauftragten Elektriker den Zeitpunkt abstimmen.
Ja, sobald der reguläre Hausanschluss aktiv ist, sollte der Baustromkasten zeitnah abgebaut und der Vertrag mit dem Stromanbieter beendet werden. Andernfalls fallen weiterhin Mietkosten für den Verteiler an, obwohl er nicht mehr benötigt wird.
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